A+ A A-

Sportstättenbedarfsuntersuchung

  • Veröffentlicht am Dienstag, 16. Februar 2016 07:37
  • Geschrieben von Volker Sprenger

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 03.02.2016 wurde das Ergebnis einer vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Aktualisierung des Sportentwicklungsplans 2007 durch das Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) vorgetragen. Der Bericht der ikps stützte sich dabei auf eine Fragebogenaktion vom Juni 2015, in der Fragen zur qualitativen Einschätzung der Sportanlagenversorgung (Hallen und Sportplätze) sowie der tatsächlichen Nutzung und zum zusätzlichen Bedarf.

Für uns als KSG Gerlingen konnte eigentlich gar nichts anderes als ein gestiegener Bedarf das Ergebnis sein. Dass dies die ikps zum Teil unterschiedlich beurteilt, werden wir noch aufzeigen und dann auch deutlich unsere Auffassungen darlegen.

Vorab gilt es jedoch einige Punkte aus der Berichterstattung im Gerlinger Anzeiger vom 11.02.2016 klarzustellen, auf die wir auch von Mitgliedern unseres Vereines angesprochen wurden.

Mitgliederzahlen

In 16 Gerlinger Sportvereinen waren laut dem vorliegenden Bericht der ikps per 01.01.2015   5.193 Mitgliedschaften registriert, davon die Hälfte, nämlich 2.544 in der KSG Gerlingen. Bei einem Vergleich der Entwicklung der Mitgliederzahlen von 2009/10 zu 2015 im Württembergischen Landessportbund (WLSB) und in Gerlingen ermittelte die ikps einen überdurchschnittlichen Rückgang der Mitgliederzahlen (bei der KSG von über 20 %), insbesondere bei den jungen Erwachsenen. Dieser nackte Zahlenvergleich mündete dann in der Feststellung, dass:

„…die Gerlinger Sportvereine Wünsche und Bedarf bestimmter Zielgruppen nicht ausreichend erkannt hätten. Um überlebensfähig zu bleiben, müssten die Sportvereine – insbesondere die KSG als mitgliedsstärkster Verein – bedarfsorientierte Angebote machen“.

Dieser Feststellung ist zu widersprechen. Wir kennen den zusätzlichen Bedarf. Immer wieder ist das Thema für uns. Wir haben aber für unsere Mitglieder bereits heute zu wenige Kapazitäten bei den Hallen wie auch bei den Sportstätten. Das beeinträchtigt die Qualität unserer Sportangebote und wir können damit nicht zufrieden sein.

Bei der kritischen Anmerkung der ikps zur Mitgliederentwicklung in der KSG Gerlingen ist allerdings folgender Fakt unberücksichtigt geblieben:

Mit Wirkung vom 01.01.2010 hat die KSG ihre bisherige Beitragsstruktur grundlegend geändert und eine neue Beitragsordnung erlassen. So wurden Vergünstigungen für Familien, insbesondere auch eine Beitragsfreiheit ab dem 2. Kind neu aufgenommen, aber es gab auch Veränderungen bei bislang „passiven“ Mitgliedern. Dies führte letztlich zu einem „Aderlass“ bei den Erwachsenen, die sich nicht mehr aktiv am Sportgeschehen beteiligen. Der Schwund aus dieser „Karteibereinigung“ betrug etwa 600 Mitglieder. Seit 2011 liegt der Mitgliederstand bei rund 2.550. Unsere fast gleichbleibenden Mitgliederzahlen der letzten Jahre sind im Gegensatz zu dem leichten Minus im WLSB-Bereich sogar als positiv zu bewerten, das Gegenteil steht jedoch leider im ikps-Bericht. Eine Nachfrage bei der KSG zu diesem einmaligen, beitragsstrukturbedingten Mitgliederrückgang hätte sofort zur Aufklärung beigetragen.

Richtig ist die positive Feststellung der ikps, dass ein deutliches Plus bei unseren Mitgliederzahlen im Jugendbereich vorliegt und dies, obwohl aufgrund mangelnder Hallenkapazitäten teilweise Wartelisten in verschiedenen Abteilungen bestehen.

Auf den Bedarf für eine neue ballspiel- und wettkampftaugliche Dreifachhalle werden wir noch später eingehen.

Im Bericht der ikps heißt es des Weiteren:

„Prognostiziert werde eine steigende Nachfrage im Gesundheits-, Reha- und Präventivsport. Zu prüfen sei, ob die Sportvereine hierfür verstärkt mit einbezogen werden können z.B. im Rahmen eines vereinseigenen Sportvereinszentrums“.

Die steigende Nachfrage in diesem Bereich sehen wir auch so. Aktuell haben wir keine Räumlichkeiten, in denen wir solche zusätzlichen Angebote anbieten können. Zudem hat die vhs diese Kurse in ihrem Angebot – und bevor wir in Konkurrenz zur vhs treten, müsste das mit der vhs partnerschaftlich geklärt werden und geeignete Räumlichkeiten verfügbar sein, was aber Stand heute nicht der Fall ist.

Im Übrigen sei erwähnt, dass die KSG sich in den letzten 2 Jahren ganz intensiv mit der zukünftigen Ausrichtung unseres Vereines beschäftigt hat. In einer Arbeitsgruppe wurde dabei auch das Thema KSG und Sportvereinszentrum bearbeitet und gemeinsam mit dem WLSB eine Dokumentation über dieses Zukunftsmodell für Sportvereine erstellt, die dann auch dem Gemeinderat übergeben wurde.

Dass in dem Mangel an Sporthallen die eigentliche Ursache für nicht ausreichende Angebote liegt, kommt in der Sportstättenbedarfsuntersuchung viel zu wenig zum Ausdruck; die immer wieder genannte zusätzliche dreigliedrige Sporthalle wird dringendst benötigt.